Das Handy als Navigationsgerät und gleichzeitige All in One Lösung für Menschen, die nicht zwei oder mehr Geräte anschaffen bzw. nutzen wollen, wird sich nach Meinung der Experten in den nächsten Jahren zum marktbeherrschenden Navigationssystem entwickeln. Anfangs noch belächelt und sehr stiefmütterlich behandelt, finden sich immer mehr Hersteller, die, teilweise sogar kostenlos, Navigationssoftware für Mobiltelefone bereitstellen, um Funktionen und Online-Features auszuprobieren. Spätestens mit brauchbaren Fußgängernavigation-Funktionen und Handys mit integriertem GPS Modul wird der Handy Navigation der endgültige Durchbruch gelingen und auch als Fahrrad- oder Motorradnavigation seine Anhänger finden. Auf der diesjährigen 3GSM in Barcelona und der Cebit in Hannover im vergangenen März war die Navigation mit dem Mobiltelefon eins der meist diskutierten Themen.
Zurzeit gibt es ca. ein halbes dutzend kostenlose Programme, wie z.B. Google Maps Mobile oder Nav4all, und mindestens genauso viele kostenpflichtige Software, z.B. Route66 Mobile 7, Navigon Mobile Navigator 6 oder Falk Activepilot, wobei man immer zwischen onboard (offline) und offboard (online) Systemen unterscheiden muss. Onboard bedeutet, wie der Name schon sagt, dass das Kartenmaterial auf dem Handy bzw. der Speicherkarte gespeichert wird (Route66). Bei Offboard Lösungen wird nur das eigentliche Programm auf dem Handy installiert, das Kartenmaterial für die Routen wird erst bei deren Berechnung per GPRS aufs Handy übertragen (Falk Activepilot), was weitere Kosten (abhängig vom Netzbetreiber) nach sich zieht. Seitdem aber die ersten Discounter die Preise für die GPRS Datenübertragung auf 24 cent pro Megabyte gesenkt haben, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch die 4 großen Netzanbieter ihre Preise senken und damit die bisher größte Hürde für Offboard-Navigation komplett wegfällt.
Aber reicht ein kostenloses Programm oder sollte man doch lieber auf eine kostenpflichtige Lösung zurückgreifen? Während die kostenlosen Programme in der Regel auf ein Minimum an Funktionen begrenzt sind, bekommt man bei den kostenpflichtigen natürlich auch etwas für sein Geld. Ob Blitzwarner, TMC Stauumfahrung, Notrufortung, Sparmöglichkeiten beim Tanken oder Stadtpläne für die Fußgängernavigation, die Funktionsvielfalt ist inzwischen beträchtlich, aber gewiss noch nicht am Limit. Egal für welche Variante man sich entscheidet, Handy Navigation hat ein riesiges Potential und ist die Zukunft.