Der Navigationsgeräte-Markt verzeichnet laut unterschiedlicher Studien momentan jährliche Zuwachsraten von mehreren Hundert Prozent. Immer mehr Hersteller engagieren sich in diesem Segment mit der Folge, daß die Produktvielfalt drastisch zunimmt. Die Preise für mobile Navigationssysteme liegen zwischen 100€ und 500€. Die Entscheidung für ein spezifisches Gerät will also wohl überlegt und gut getroffen sein.
Die folgenden 7 Kriterien sollen Ihnen bei der Kaufentscheidung helfen und zeigen, worauf man achten sollte, wenn man ein Navigationsgerät kaufen möchte:
Eine leichte Bedienbarkeit ist einer der wichtigsten Punkte, bei der Wahl des richtigen Navigationsgerätes. Es gibt vier Arten der Bedienung: per Tasten, per Sprache, mit einer Fernbedienung oder über den Touchscreen.
Während die Bedienung per Sprache oder Fernbedienung eher selten möglich ist, setzt sich die Touchscreensteuerung immer mehr durch. Sie benötigt kaum zusätzlichen Platz für Tasten auf den meist kleinen Navigationsgeräten, da die Eingabe/Bedienung direkt über das Display mit den Fingern erfolgt. Dadurch bleibt mehr Platz für ein größeres Display und die Bediensymbole sind sehr gut zu erkennen, auch für ältere Menschen mit Sehschwäche. Einige Geräte werden anstatt mit den Fingern mit einem Plastikstift bedient, dies ist für ungeübte Menschen aber eher umständlich.
Die Steuerung über eine Tastatur, hat den Nachteil, dass sie viel Platz benötigt. Also muss zwangsläufig das Gerät größer werden oder die Knöpfe und das Display kleiner. Beide Lösungen sind doch sehr nachteilig, da entweder die Sicht im Fahrzeug beeinträchtigt oder die Bedienbarkeit fast unmöglich wird.
Um an das gewünschte Ziel zu kommen, ist es wichtig, die Zieldaten schnell, unkompliziert und über mehrere Weg eingeben bzw. abrufen zu können. Standardmäßig unterstützen die Geräte in der Regel die Eingabe von Postleitzahl, Ort, Straße und Hausnummer. Von Vorteil ist es, wenn die Gerätesoftware eine Autovervollständigung unterstützt, also den Straßen- oder Ortsnamen bei Eingabe von einzelnen Buchstaben sinnvoll zum gesuchten Namen ergänzt, was erhebliche Zeit spart und die Eingabe vereinfacht.
Die Möglichkeit so genannte POI`s (Points of Interest), also „interessante Punkte“ wie Tankstellen, Restaurants, Hotels usw. auszuwählen, sollte auf keinen Fall fehlen und immer mehr Hersteller arbeiten inzwischen mit Auskunftsportalen wie „DasÖrtliche“ zusammen, wodurch komplette Adressverzeichnisse mit Namen und Telefonnummern im Gerät gespeichert sind.
Die Möglichkeit, die zu berechnende Route nach eigenen Wünschen zu gestalten, kennt man von Routenplanungsportalen wie map24.de.
Auch die Anbieter von Navigationssystemen integrieren dieses Feature inzwischen immer häufiger in ihre Geräte. Egal ob die Routenart (Auto, Fußgänger, LKW) oder die Nutzung bzw. Nichtnutzung von Autobahnen, Fähren, Tunneln oder kostenpflichtigen Mautstrecken, alles kann man den individuellen Bedürfnissen anpassen. Und da die meisten Menschen ungern im Stau stehen, sollte eine „Dynamische Routenführung“ nicht fehlen. Hierbei werden je nach Verkehrssituation bei Staumeldungen per TMC alternative Routen berechnet und zur Auswahl angeboten.
Jeder kennt das Problem von zuhause: Man startet ein Programm auf dem heimischen PC und dann, je nach Qualität der Bauteile wie Prozessor und Speicher, öffnet sich dieses sehr schnell oder man wartet eine halbe Ewigkeit.
Ähnlich sieht es bei der mobilen Navigation aus, umso besser das Zusammenspiel von Prozessor, Software und Daten, desto schneller wird die Route berechnet und die Reise kann beginnen. Leider kann man dieses Kriterium im Ladengeschäft kaum testen, weshalb man beachten sollte: Bei sehr günstigen Navigationsgeräten, handelt es sich meistens um Auslaufmodelle mit älteren und langsameren Prozessoren, was die Freude über das Schnäppchen sehr schnell trüben kann.
Bei der Zielführung muss man zwischen visueller Darstellung und akustischer Anweisung unterscheiden.
Die Routenführung auf dem Display (visuell) wird durch einfache Pfeile, 2D (zweidimensionale) oder 3D (dreidimensionale) Kartendarstellung umgesetzt, welche Variante jeder einzelne dabei als angenehm und praktisch empfindet, ist sehr unterschiedlich. An komplexen Kreuzungen offenbaren sich schnell die Vorteile einer 2D bzw. 3D Ansicht, da es bei der Pfeilnavigation häufig zu Fehlinterpretationen kommt und man falsch abbiegt. Ein Zoom und die automatische Ausrichtung der Karte in Fahrtrichtung sind wichtige Punkte, um Verwirrungen vorzubeugen. Die Möglichkeit, sich Zusatzinformationen wie Orts- und Straßennamen, Geschwindigkeit, Ankunftszeit am Zielort, Restfahrzeit usw. anzeigen zu lassen, wird von vielen Herstellen inzwischen angeboten und kann sehr nützlich sein.
Eine exakte akustische Zielführung ist sehr wichtig, da man nur gelegentlich auf das Display schaut, sich aber auf die gesprochenen Anweisungen verlässt. Diese sollten rechtzeitig kommen, also weder zu früh, noch zu spät. Leider gibt es hier sehr große Unterschiede in der Qualität der Ansagen. Sollte man doch einmal falsch abgebogen sein oder ist an einem Punkt vorbeigefahren, sollte das Navigationsgerät eine Re-Routing Funktion besitzen, die den Fahrer schnell auf die richtige Strecke zurückbringt. Bessere Geräte unterstützen zudem das „Text-to-Speech“, welches eine akustische Ausgabe kompletter Straßennamen ermöglicht.
Bei der derzeitigen Produktvielfalt an Navigationssytemen, ist es für die Hersteller besonders wichtig, dem Kunden etwas Besonderes zu bieten und sich von der Masse abzuheben.
Zum Komfort gehört für viele Menschen, dass mit einem Gerät möglichst viele Funktionen abgedeckt werden. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass mobile Navigationsgeräte inzwischen auch als Bluetooth-Freisprecheinrichtung fungieren, sich damit alle wichtigen Funktionen des Handys steuern lassen und die Kontakte über das Display bearbeitet und angewählt werden können. TomTom zum Beispiel bringt mit dem GO 715 das erste portable Navigationsgerät mit integriertem GPRS-Modem und SIM-Karte auf den Markt. Somit sind SMS, E-Mail und mobiles Internet ebenfalls über das Navigationssystem nutzbar.
Auch Multimedia ist für einige Geräte kein Fremdwort mehr, MP3-Player, Kamera, Movieplayer oder digitales Fernsehen, der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt.
Die persönlichen Einstellungen
Das Navigationsgerät schnell den individuellen Bedürfnissen anpassen zu können, ist leider immer noch nicht zum Standard geworden. Egal ob die Änderung der Routenoptionen von der „schnellsten“ zur „kürzesten“ Route, die Stummschaltung oder die Umschaltung vom Tag- zum Nachtmodus, jeder User hat seine Präferenzen und möchte das Navigationsgerät so anpassen, dass z.B. die „wichtigsten“ Funktionen auf der obersten Menüebene zu finden sind.
Deshalb sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass sich das GPS Navigationssystem nach eigenen Wünschen einrichten lässt.
Die Kritieren helfen bei der Wahl des richtigen Geräts. Ist da erst einmal der "Traumnavigator" gefunden lohnt sich ein Navigationssystem Preisvergleich zu machen. Denn oftmals gibt es preislich große Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern.